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ERIH Jahreskonferenz 2010 27.-29. October 2010 in Barcelona, Spanien
Anmeldefrist läuft bis zum 30. September 2010.
28.07.10
Historisches Steinkohlebergwerk "Guido" ausgezeichnet
ERIH-Ankerpunkt Historisches Steinkohlebergwerk "Guido" in Zabrze (Polen) als "Botschafter...
19.07.10
Tage der Industriekultur Rhein-Main 2010 - Automatisch gut!
Vom 10. bis 15. August 2010 dreht sich alles wieder um Industriekultur bei den "Tagen der...
Göhltalmuseum
Rue Max / Maxstr. 9-11
4720 La Calamine / Kelmis
Belgium
Tel +32 (0) 87 - 657504
Das Objekt
Wer im Frühjahr im Hügelland von Kelmis bei einem Spaziergang die erwachende Natur genießt, entdeckt an einigen Stellen die zarten Blüten gelber Veilchen. Kenner sehen sofort die botanische Rarität. Nur hier rund um Kelmis und Moresnet sowie in der Nähe von Stolberg findet der Überlebenskünstler Galmeiveilchen die idealen Bedingungen vor: belastete, schwermetallhaltige Böden des ehemaligen Galmeierzabbaus.
Die Gegend um Kelmis (südwestlich von Aachen) und Stolberg (südöstlich von Aachen) weist eine geologische Besonderheit auf: Hier am Rande der Eifel treten devonische, also mehr als 400 Millionen Jahre alte Sandsteine, Schiefer und Kalksteine zu Tage, die reich an Blei-, Zink- und Eisenerzen sind. Vor allem der Altenberg bei Kelmis war geologisch ungewöhnlich, da er fast vollkommen aus Galmei, also Zinkerz, bestand. Bereits im Mittelalter wurde am Altenberg Galmeierz abgebaut. Durch Verarbeitung des zinkhaltigen Erzes zusammen mit Kupfer entstand Messing – Grundlage einer ausgedehnten Metallverarbeitung in der Aachener Region. Bis Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Erz im Tagebau gewonnen und europaweit, sogar bis nach Russland, exportiert. Seit dem 18. Jahrhundert „fraßen” sich die Bergleute zunehmend unter Tage ins Innere des Altenberges vor. Riesige Halden schwermetallhaltigen Gesteins entstanden – die heutigen Biotope des Galmeiveilchens.
1815 brachten die Wiener Verträge eine Teilung des Gebiets zwischen den Niederlanden und Preußen. Doch ein kleines Dreieck, in dem Kelmis mit dem Altenberg lag, war zwischen den Mächten unter anderem wegen des geologischen „Schatzes” umstritten. So erhielt es den Status als „neutrales Gebiet von Moresnet” für mehr als 100 Jahre bis zum Versailler Vertrag 1919.
Seit 1951 wird rund um Kelmis kein Galmei mehr abgebaut und auch der Altenberg ist weitgehend abgetragen. Doch die Erinnerung bleibt: Das Göhltal-Museum in Kelmis zeigt in seiner Dauerausstellung die mühsamen Bedingungen, unter denen die Bergleute das Erz ans Tageslicht brachten. Auch die traditionsreiche politische Geschichte wird thematisiert. So sind seltene Exponate wie die damals eigens geprägten Münzen und Briefmarken aus der „neutralen” Zeit des Gebietes zu sehen. Die geologisch Interessierten können sich an einer Vielzahl von Mineralien der Region erfreuen. Wechselausstellungen, Dia-Vorträge und Exkursionen in die nähere Umgebung ergänzen das Museumsprogramm. Star dabei ist und bleibt der Spezialist und Überlebenskünstler: das Galmeiveilchen!
Die Gegend um Kelmis (südwestlich von Aachen) und Stolberg (südöstlich von Aachen) weist eine geologische Besonderheit auf: Hier am Rande der Eifel treten devonische, also mehr als 400 Millionen Jahre alte Sandsteine, Schiefer und Kalksteine zu Tage, die reich an Blei-, Zink- und Eisenerzen sind. Vor allem der Altenberg bei Kelmis war geologisch ungewöhnlich, da er fast vollkommen aus Galmei, also Zinkerz, bestand. Bereits im Mittelalter wurde am Altenberg Galmeierz abgebaut. Durch Verarbeitung des zinkhaltigen Erzes zusammen mit Kupfer entstand Messing – Grundlage einer ausgedehnten Metallverarbeitung in der Aachener Region. Bis Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Erz im Tagebau gewonnen und europaweit, sogar bis nach Russland, exportiert. Seit dem 18. Jahrhundert „fraßen” sich die Bergleute zunehmend unter Tage ins Innere des Altenberges vor. Riesige Halden schwermetallhaltigen Gesteins entstanden – die heutigen Biotope des Galmeiveilchens.
1815 brachten die Wiener Verträge eine Teilung des Gebiets zwischen den Niederlanden und Preußen. Doch ein kleines Dreieck, in dem Kelmis mit dem Altenberg lag, war zwischen den Mächten unter anderem wegen des geologischen „Schatzes” umstritten. So erhielt es den Status als „neutrales Gebiet von Moresnet” für mehr als 100 Jahre bis zum Versailler Vertrag 1919.
Seit 1951 wird rund um Kelmis kein Galmei mehr abgebaut und auch der Altenberg ist weitgehend abgetragen. Doch die Erinnerung bleibt: Das Göhltal-Museum in Kelmis zeigt in seiner Dauerausstellung die mühsamen Bedingungen, unter denen die Bergleute das Erz ans Tageslicht brachten. Auch die traditionsreiche politische Geschichte wird thematisiert. So sind seltene Exponate wie die damals eigens geprägten Münzen und Briefmarken aus der „neutralen” Zeit des Gebietes zu sehen. Die geologisch Interessierten können sich an einer Vielzahl von Mineralien der Region erfreuen. Wechselausstellungen, Dia-Vorträge und Exkursionen in die nähere Umgebung ergänzen das Museumsprogramm. Star dabei ist und bleibt der Spezialist und Überlebenskünstler: das Galmeiveilchen!
