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Gradierwerk und Borlach Museum


Borlach-Museum
Borlachplatz 1
06231 Bad Dürrenberg
Saalekreis
Sachsen-Anhalt
Germany
Tel +49 (0) 3462 - 19433

Webseite >>

Das Objekt

Bergrat Johann Gottfried Borlach war ein hartnäckiger Mann. 19 Jahre lang ließ der Direktor der Kursächsischen Staatssalinen in Dürrenberg nach Solequellen bohren. Am 15. September 1763 wurde er fündig – in 223 Metern Tiefe. Die Entdeckung machte aus dem unbedeutenden Flecken eine ertragreiche kursächsische Saline und späteren bekannten Kurort und hinterließ historische Salzgewinnungsanlagen, zu deren Resten neben Europas längstem zusammenhängendem Gradierwerk auch der mächtige, heute als Salzmuseum genutzte Borlachturm gehört.

Salz war im 18. Jahrhundert ein kostbares Gut, eine Saline galt als einträgliche Einnahmequelle. Allerdings musste die Sole zuerst in einer Rieselanlage gradiert, d. h. konzentriert und gereinigt werden. Dazu dienten 12 Meter hohe Pfostengerüste, in deren Fächern dicht an dicht Schwarzdornbündel steckten. Wasserräder pumpten die Sole auf den Scheitel der Anlage, Hähne und Tröpfelrinnen übernahmen die großflächige Verteilung. Das Salzwasser rieselte durch die Wände aus gebündelten Zweigen hinab, wobei es durch Wind- und Sonneneinwirkung teilweise verdunstete und dadurch eine höhere Konzentration annahm. Zugleich bildeten sich an den Schwarzdornzweigen der so genannte Dornstein aus Schmutzteilchen und schwerlöslichen Salzen. Vom Gradierwerk gelangte die Sole über Kanäle und Sammelbecken ins Sudhaus, wo sie in großen Pfannen erhitzt wurde, bis das Salz auskristallisierte. Dessen Qualität war so hoch, dass es die Dürrenberger bis Westafrika exportierten. 1963, 200 Jahre nach der Erschließung der Solequelle, wurde die Salzgewinnung aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Zwei Jahre später endete auch der Kurbetrieb. Seit November 2008 jedoch ist Bad Dürrenberg wieder ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Das Museum im Borlachturm erzählt die Geschichte der örtlichen Salzproduktion mit anschaulichen Mitteln. Auch das bis heute funktionsfähige Gradierwerk steht Besuchern offen. Dort können sie die Verrieselung der Sole aus nächster Nähe verfolgen und dabei auch noch die gesunde salzhaltige Luft einatmen, die die historische Anlage wie ein Schleier umgibt.

Öffnungszeiten

Borlach-Museum
1. Mai bis 30. September:
Donnerstag und Freitag 10.00-16.00 Uhr, Samstag und Sonntag 10.00-17.00 Uhr

Gradierwerk
Wandelstege ganzjährig begehbar

Gradierwerksbesichtigung
1. Mai bis 15. Oktober:
Sonntag 14.00-17.00 Uhr oder nach Vereinbarung

Service-Einrichtungen

Empfohlene Aufenthaltsdauer 2 Stunden Eintritt kostenpflichtig Barrierefreier Zugang vollständig Gastronomie Restaurant