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Lion Salt Works


Ollershaw Lane
Northwich
Cheshire
Northwest England
CW9 6ES
Great Britain
Tel +44 (0) 1616 - 41823

Webseite >>

Das Objekt

Was für ein Knochenjob! Den ganzen Tag an einer riesigen dampfenden Salzpfanne stehen, die Solezufuhr und die Temperatur der Kohleöfen regulieren, das Salz rechen, in Kübel füllen, trocknen: Die Arbeit in einem traditionellen Salzwerk war kein Zuckerschlecken! Wie sehr dieses harte Geschäft auch die Produktionsanlagen in Mitleidenschaft zog, beweisen die Lion Salt Works in Marston bei Northwich – die letzten ihrer Art in der englischen Grafschaft Cheshire. Cheshire rühmt sich einer jahrtausendealten Salzproduktion. Umso kostbarer ist, was von dieser Tradition in Marston noch übriggeblieben ist. Derzeit bietet eine Ausstellung im ehemaligen Werksbüro einen ersten Überblick über Geschichte und Funktionsweise des 1986 stillgelegten Betriebs. Erhalten ist außerdem die Pumpe, die das salzhaltige Grundwasser förderte, samt zugehöriger Dampfmaschine. Die fünf Pfannenhäuser sind von den salzigen Dämpfen stark angegriffen. Zu bestimmten Anlässen führen deshalb Museumsmitarbeiter das Salzhandwerk an kleinen Salzpfannen vor. Spätestens dann wird klar: Ein Besuch in den Lion Salt Works ist die reinste Industriearchäologie!

Seine Geschichte

Schon die Römer gewannen in der Grafschaft Cheshire Salz. Mit Salz bezahlten sie auch ihre Arbeiter. Salarium nannten sie das. Später wurde daraus salary, das englische Wort für Gehalt. Salz war schon immer der Reichtum Cheshires. Das liegt an den großen Steinsalzvorkommen. Vermischt mit Grundwasser entsteht daraus Sole, eine Substanz, die achtmal salziger ist als Meerwasser. Im späten 19. Jahrhundert deckte Cheshire fast den gesamten britischen Salzbedarf. Damals zählte die Grafschaft rund 250 Salzwerke, die Sole unter künstlicher Hitzezufuhr in großen offenen Pfannen zu Salz auskochten. Sie alle profitierten von den ständig verbesserten Transportmöglichkeiten durch Kanäle und Eisenbahnen. Nicht umsonst liegen die Lion Salt Works direkt am Trent and Mersey Canal.

Die Gründung des Familienbetriebs geht auf das Jahr 1894 zurück. Wichtigster Bestandteil war das Pumpenhaus mit dem „nickenden Esel“, einer Art Pferdekopfpumpe zur Förderung der Sole. Für den Antrieb sorgte eine Dampfmaschine. Erst 1960 wurde eine Elektropumpe auf dem Gelände installiert. Etwa gleichzeitig erhielt eines der fünf Pfannenhäuser einen mechanischen Rechen zur Erleichterung der Arbeit an der Salzpfanne. Abgesehen von der späteren Umstellung der Kohleöfen auf Ölfeuerung blieben dies die einzigen technischen Neuerungen in knapp 100 Betriebsjahren. Sonstige Veränderungen beschränkten sich auf die kontinuierliche Erweiterung der Werke um neue Pfannenhäuser. Der Herstellungsprozeß selbst blieb immer der gleiche – er geht im wesentlichen auf die Antike zurück. Die Kunst besteht darin, Temperatur und Flüssigkeitspegel der Salzpfannen optimal zu steuern. Denn Salz ist nicht gleich Salz, und unterschiedliche Kunden verlangen unterschiedliche Qualität. 1986 schließt das Unternehmen. Heute sind die Lion Salt Works ein Museum im Aufbau. Eine Stiftung sucht seit Jahren nach finanzkräftigen Sponsoren. Geplant ist die teilweise Wiederaufnahme der Produktion im Schaubetrieb.

Öffnungszeiten

Lion Salt Works ist wegen Restaurierungsarbeiten bis zum Sommer 2013 geschlossen

Service-Einrichtungen

Eintritt frei Barrierefreier Zugang bitte Hinweise auf Webseite beachten