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Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras


erreichbar über / accessible via
Differdange-Niedercorn
Postadresse / postal address
1, Place du Marché
L-4576 Pétange Differdange
Luxembourg

Webseite >>

Das Objekt

Still und verlassen liegt das Tal der Korn da. Verlassen? Schnauft da nicht eine Dampflok auf einen kleinen Bahnhof zu? Fond-de-Gras heißt dieser versteckte Ort. Er liegt im Zentrum des Luxemburger Erzbeckens. Hier war einst alles voller Industrie: Eisenerzbergwerke, Tagebau, Hochöfen. Heute steht die Region für ein Jahrhundert Industriegeschichte in idyllischer Umgebung. Das beginnt schon mit der Abfahrt im nahegelegenen Pétange – in einem Zug anno 1900. Nach acht Kilometern ist Fond-de-Gras erreicht. Doch die Entdeckungsreise geht weiter. Da wartet zum Beispiel ein ehemals dampfbetriebenes Elektrizitätswerk. Nicht weit davon steht ein Maschinenschuppen mit lauter historischen Loks und Waggons. Arbeiterhäuser samt uriger Bergmannsschenke und altem Krämerladen erzählen von den Lebensbedingungen der einst hier beschäftigten Bergleute. Und auf einer Fahrt mit der Schmalspurbahn „Minieresbunn“ geht es mitten hinein in die unterirdische Welt der Stollen und Gänge eines benachbarten Bergwerks. An dessen Ausgang lädt das Arbeiterstädtchen Lasauvage zu einem Bummel ein – durch Straßen, die sich seit nahezu 100 Jahren kaum verändert haben.

Seine Geschichte

Kaum zu glauben: Im lieblichen Hügelland um Lamadelaine und Rodange liegen die Wurzeln der luxemburgischen Eisenerzindustrie. Ihr Zentrum war das Tal der Korn im Grenzgebiet zu Frankreich und Belgien. Die erzführenden Schichten, die dort teilweise dicht unter der Oberfläche verlaufen, gerieten gegen Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Fond-de-Gras ins Visier vor allem belgischer Eisenhüttenbetriebe. Der erste Schritt zur Erschließung der Region: eine Eisenbahnstrecke von Pétange über den Fond-de-Gras bis zur französischen Grenze. Ihrer Eröffnung 1879 folgte die Ansiedlung zahlreicher Hütten- und Bergwerke, darunter die 1908 entstandene Grube Dhoil, die heute wieder für Besucher zugänglich ist. Die neuen Industriebetriebe zogen zahlreiche Arbeitskräfte an. Um 1880 zählte etwa das nahegelegene Lasauvage über tausend Einwohner, und in den Folgejahren entwickelte sich der Ort zu einer regelrechten Kleinstadt mit den für diese Zeit typischen Wohnsiedlungen aus aneinandergereihten, zweistöckigen Arbeiterhäusern. Seine industrielle Blütezeit erlebte der Fond-de-Gras zwischen 1900 und 1940. Bereits 1950 wurde der letzte Erzstollen stillgelegt, und als 1964 ein Erdrutsch die Bahnlinie nach Pétange zum Teil verschüttete, drohte die Region endgültig in Vergessenheit zu geraten. Daß es am Ende nicht so kam, ist dem Enthusiasmus einiger Eisenbahnliebhaber zu danken. Sie setzten einen Abschnitt des alten Schienenstranges und eine Dampflok instand und weckten damit zunehmend touristisches Interesse. 1986 erklärte das staatliche Denkmalschutzamt den ganzen Standort zum „Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras“. Der umfaßt die erhaltenen Industrie-, Wohn- und Bahnanlagen im Tal der Korn ebenso wie die historischen Bahnstrecken nach Pétange und durch die Grube Dhoil. Auch Lasauvage gehört dazu. Auf diese Weise vereint Fond-de-Gras heute ein Jahrhundert lebendige Industriegeschichte inmitten eines attraktiven Landschaftsparks.

Öffnungszeiten

Das Freigelände des Industrie- und Eisenbahnparks ist jederzeit frei zugänglich.
Die Züge Train 1900 und Minièresbunn fahren von Mai bis September an Sonntagen und Feiertagen zwischen 14.00 und 18.00 Uhr; zu dieser Zeit sind auch die Gebäude zur Besichtigung geöffnet.

Service-Einrichtungen

Eintritt frei Barrierefreier Zugang vollständig Gastronomie Restaurant Besucherzentrum beim Objekt Ja