
Über uns
Nord West Europa war die Wiege der Industriellen Revolution. Das Erbe des tiefsten Strukturwandels in der Wirtschaftsgeschichte ist ein entscheidendes Element in der Geschichte des Kontinents. Aber, als Ergebnis des modernen Strukturwandels, sind viele Teile Europas deindustrialisiert, übrig geblieben sind Arbeitslosigkeit und Verfall.
Der Unterhalt alter Industrieanlagen ist teuer und erfordert innovative Lösungskonzepte. Eine aufgelassene Industrieanlage wird bisher selten als kulturelles Erbe betrachtet. Da Industriegeschichte ein gemeinsames Europäisches Erbe ist und der Erhalt der Industriedenkmäler eine schwierige Herausforderung, befand man, dass diese Aufgabe gemeinsam durch Kooperation der Europäischen Mitgliedsstaaten gelöst werden könnte.
Um die Wertschätzung, das Verständnis, den Erhalt und die Vermarktung dieser gemeinsamen Geschichte als Mittel für Wirtschaftswachstum zu ermutigen, wurde das Europäische Netzwerk für Industriekultur im ersten ERIH Projekt unter Interreg IIC gegründet. Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Masterplan entwickelt, der konkrete Ideen und Aktivitäten benennt, um die europäische Industriekultur zu vermarkten.
Ziele
Das Ziel des auf fünf Jahre angesetzten Projektes, das von einem Dutzend Behörden, Universitäten, gemeinnützige, Industiekultur-Organisationen sowie Tourismusstellen aus drei Ländern, die das Herz der Industriellen Revolution bilden, getragen wird, ist die Umsetzung dieses Masterplans, der in ERIH I entwickelt wurde. Das gemeinsame Ziel ist es, die Europäischen Standorte der Industriekultur zu schützen und ihren Erhalt als Antrieb für die Entwicklung von Regionen, die oftmals vom wirtschaftlichen Verfall bedroht sind, zu nutzen.
Hauptaktivitäten
ERIH möchte sich als Europäische Marke für Industriekultur etablieren. Um diese Marke bekannt zu machen, entwickelt ERIH ein Corporate Design, das ein gemeinsames Logo, Beschilderung und Druckerzeugnisse beinhaltet.
Das ERIH Netzwerk soll den transnationalen Erfahrungsaustausch, die Entwicklung gemeinsamer Marketingstrategien und grenzübergreifender Initiativen anregen. Das wichtigste Kommunikationsinstrument des Projektes wird die ERIH Webseite sein. Diese wird einerseits als Forum für den Erfahrungsaustausch von Experten genutzt, andererseits auch als Werbeplattform, um Industriekultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Verlinkungen auf Webseiten der Tourismusbüros und anderer Organisationen sollen helfen, das öffentliche Bewusstsein zu steigern, mehr Besucher anzulocken und den interdisziplinären Ansatz von ERIH zu sichern. Die Webseite wird auch als Vermarktungsinstrument für die Europäische Industriegeschichte genutzt und als virtuelle Bibliothek für Berichte und Dokumentationen, die im Rahmen des Projektes entwickelt werden. Die Projektbeteiligten werden zusätzlich ein viersprachiges Faltblatt veröffentlichen und Broschüren über die Regionalen Routen.
Das Routen System
Ein zentrales Element des Projektes ist es, ein Netzwerk von Ankerpunkten, ca. 60 wichtigen Industriekulturellen Denkmälern, die über eine gut entwickelte Tourismusinfrastruktur verfügen, zu entwickeln. Für die Auswahl der Ankerpunkte wird ein Qualitätssiegel entwickelt.
Die Aufgabe der Ankerpunkte, die durch Beschilderung im Innen- und Außenbereich kenntlich gemacht werden, ist es, Informationen über Industriekultur bereit zu halten und die ERIH Philosophie zu vermarkten. Von all diesen Ankerpunkten werden „Regionale Routen“ ausgehen, die kleinere Industriekulturelle Standorte einbinden.
Die Entwicklung der Regionalen Routen, die in den Partnerregionen durchgeführt wird, soll Touristen anregen, die Industriedenkmäler in der Region zu besuchen und somit den Tourismus vor Ort ankurbeln. Neben diesen Aktivitäten werden die Projektpartner Europäische Themenrouten entwickeln, die die geschichtlichen und industriekulturellen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Europäischen Ländern aufzeigen. Im Gegensatz zu den Regionalen Routen, sind die virtuellen EuropäischenThemenrouten darauf ausgerichtet, den Erfahrungsaustausch zwischen Experten und Special-Interest Groups anzuregen.
ERIH plant, das Netzwerk europaweit auszudehnen und Partner aus anderen Ländern zu integrieren. Dafür werden Seminare und Workshops veranstaltet, die eine breitere Öffentlichkeit über die Vorteile des Netzwerks informieren sollen.
Projektträger
Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V., Köln
Ansprechpartner: Prof. Dr. Ute Dallmeier
Partner
UK: Essex County Council, Chelmsford
UK: Borough of Telford and Wrekin, Telford
UK: Torfaen County Borough, Torfaen
UK: Field Archaelogy Centre, University of Manchester, Manchester
NL: Stichting Industriecultuur Nederland, Alkmaar
NL: Provincie Noord-Holland Afdeling Zorg, Welzijn en Cultuur, Bureau, Monumenten & Archaeologie, Haarlem
DE: Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW, Düsseldorf
DE: Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW, Düsseldorf
DE: Weltkulturerbe Volklinger Hütte, Völklingen
Projektdauer
Oktober 2002 - April 2008