Erlebnis Bergwerk Merkers
Zufahrtstraße 1
36460 Merkers
Wartburgkreis
Thuringia
Germany
Tel +49 (0) 3695 - 614101
www.erlebnisbergwerk.de
Sogar der amerikanische General Eisenhower war schon da: Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmte er hier versteckte Gold- und Devisenbestände der Reichsbank. Die sind längst weg. Das Gold, das es heute zu sehen gibt, ist weiß: Rohsalz. Möglich macht es das Erlebnis Bergwerk Merkers im mittleren Werratal. Kittel, Helm und Geleucht verwandeln Besucher in zünftige Bergleute, ein Förderkorb bringt sie 500 Meter unter der Erde. Dort stehen offene Pritschenwagen bereit - für eine zwanzig Kilometer lange Reise unter Tage. Die Bedingungen: 28 Grad, enge Kurven, steile Berg- und Gefällstrecken. Und überall Salz. Im „Goldraum“ flimmert Eisenhower über die Bildschirme historischer Wochenschauen. Auf derselben Sohle: der Großbunker, ehemals Salzzwischenlager, nun exotischer Konzertsaal mit Ausmaßen und Akustik einer Kathedrale. Darin: der Welt größter Schaufelradbagger unter Tage. Weitere Großgeräte sind an anderer Stelle geparkt, nahebei macht ein geräumiges unterirdisches Museum den frühen Kalibergbau lebendig. Höhepunkt der Grubenfahrt: die märchenhafte Kristallgrotte voller riesiger Salzkristalle mit Kantenlängen von einem Meter und mehr.
Groß- und Sprenglochbohrwagen, funkgesteuerte Raupen, Beraubemaschinen, Ankerbohrwagen: Das technische Arsenal eines modernen Kalibergwerks ist hochspezialisiert. Dagegen wurden die Sprenglöcher zu Beginn des untertägigen Salzabbaus noch per Hand gebohrt, und das Haufwerk schaufelten die Männer mit Muskelkraft in die Förderwagen. Das Erlebnis Bergwerk Merkers zeigt den Wandel des Bergbaus im Werra-Kalirevier im Lauf von hundert Jahren – mit Technik zum Anfassen. Wäre es nach den Geologen gegangen, hätte es diese Entwicklung gar nicht geben dürfen: Südlich des Harzes, so befanden sie kategorisch, gibt es kein Kalisalz. Falsch! 1891 löste die erste erfolgreiche Bohrung ein wahres Kalifieber aus: Immer mehr Tiefbauschächte rückten dem in der Düngemittelindustrie begehrten Salz zu Leibe. Plötzlich bekamen die Bauern der kargen Rhön Gesellschaft durch Arbeiter, Kaufleute, Chemiker und Bergingenieure – das Revier boomte. 1925 nahm in Merkers die seinerzeit größte und modernste Kalifabrik der Welt ihren Betrieb auf. 20 Jahre später geriet das zugehörige Bergwerk in die Schlagzeilen, als amerikanische Truppen den dort deponierten Goldschatz der Reichsbank erbeuteten. Die Teilung Nachkriegsdeutschlands zerschnitt auch das hessisch-thüringische Werrarevier und ordnete Merkers der östlichen Hälfte zu. 1980 dann die große Überraschung: In rund 800 Metern Tiefe wird die Kristallgrotte entdeckt – einzigartiges Naturschauspiel und Hauptattraktion des 1991 eröffneten Erlebnisbergwerks. Die Rohsalzförderung am Kalistandort Merkers endet 1993. Von der alten Fabrik stehen heute kaum mehr als zwei Fördergerüste, ein Verwaltungsgebäude und eine Schaltstation des Kraftwerks. Auf dem übrigen Werksgelände werden Fertighäuser produziert, Elektromotoren gebaut und mittels modernster Computertechnik Stahlteile geschnitten. Das Erlebnis Bergwerk Merkers steuert auf den 1.000.000sten Besucher zu. Der Strukturwandel, so scheint es, ist geglückt.