Schriftgröße
Meine ERIH-Route enthält 0 Dokument(e). >>

Rhondda Heritage Park


Lewis Merthyr Colliery
Coed Cae Road
Trehafod
Rhondda-Cynon-Taff
Wales
CF37 2NP
Great Britain
Tel +44 (0) 1443 - 682036

Webseite >>

Das Objekt

Sie schufteten wie die Tiere: gebückt unter der niedrigen Stollendecke, die Lunge voller Staub, im Nacken die Angst vor Einsturz oder Gasexplosion. Und doch war da immer auch der Stolz, wie ein Bauer sein eigenes Feld zu beackern. Denn jedem Kumpel wurde unter der Erde ein streng abgestecktes Terrain zugewiesen. Je mehr Kohle er da herausholte, desto besser für ihn und die Seinen. Seit 1989 setzt der Rhondda Heritage Park den Bergarbeiterfamilien der südwalisischen Rhondda Valleys ein lebensnahes Denkmal. In zwei alten Förderhäusern der ehemaligen Lewis-Merthyr-Grube inszenieren Multimediaschauen die dramatische Geschichte der Region und erzählen von Minenunglücken, Aufständen und dem Kampf um Mindestlöhne. Eine nachgebaute Dorfstraße zeigt den Alltag innerhalb der engen Bergarbeitersiedlungen. Welche Rolle speziell die Frauen darin spielten, untersucht eine Ausstellung im einstigen Saugerhaus. Zuletzt geht es unter die Erde. Mit dabei: Helm, Lampe und ein einheimischer Kumpel, der in der feuchten Düsternis der Stollen die Schatten der früher hier arbeitenden Männer heraufbeschwört. Eine simulierte Tunnelfahrt mit einer modernen Grubenbahn „katapultiert“ die Besucher wieder ans Tageslicht.

Seine Geschichte

„Die schweren Füße der Tyrannen haben unsere Schultern blutig getreten“, sangen streikende walisische Bergarbeiter 1910 und lehnten sich damit gegen das Lohndumping ihrer Grubenmanager auf. Ort des Geschehens: diverse Zechen in der südwalisischen Kohleregion Glamorgan. Die stand noch 100 Jahre zuvor ganz im Zeichen unberührter ländlicher Idylle. Doch dann machten umfangreiche Steinkohlevorkommen Glamorgan zur Speerspitze der Industriellen Revolution. Das bedeutete Arbeit und Brot, aber auch Entbehrungen, Krankheiten und eine tiefe Ohnmacht gegenüber all jenen Grubenbesitzern, die ihre Bergleute eher als Objekte denn als Menschen betrachteten. Im Tal der Rhondda fasste die Industrialisierung in den 1850er Jahren Fuß. Nicht weniger als 66 Zechen sollten bald darauf den schmalen Flusslauf säumen. Eine der ersten war die Lewis-Merthyr-Grube. Ihr Name geht auf W. T. Lewis zurück, den späteren Lord Merthyr, der sie Mitte der 1870er Jahre erwarb und den Grundstein für ihren wirtschaftlichen Erfolg legte. 1880 wurde der Bertie-Schacht abgeteuft, zehn Jahre später folgte der Trevor-Schacht. Beide bildeten fortan das Rückgrat der Mine und förderten um 1900 rund eine Million Tonnen Kohle im Jahr. Erst die Zusammenlegung des Standortes mit der Tymawr-Zeche 1958 brachte es mit sich, dass die traditionsreichen Schachtanlagen zuletzt nur noch Menschen und Material transportierten. Die zugehörigen Förderhäuser samt Lampenputzraum, Schornstein, Saugerhaus und ehemaliger Lagerhalle bilden seit der Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1983 den Kern des heutigen Museums. Das öffnete seine Pforten 1989 und weitete sein Angebot in der Folgezeit fortwährend aus. 1991 etwa gingen die Multimediaschauen zur Geschichte der Kohleregion an den Start. 1993 wurde die „Energy Zone“ eingeweiht, ein ausgedehnter Abenteuerspielplatz für Kinder, und im Frühling 1994 empfing das Besucherzentrum seine ersten Gäste. Den Schluss- und Höhepunkt zugleich setzte im Herbst desselben Jahres die aufwändig inszenierte Untertage-Tour.

Öffnungszeiten

täglich 9.00 - 16.30 Uhr
Grubenfahrten: 10.00, 12.00 und 14.00 Uhr
Abendführungen nach vorheriger Anmeldung
Führungen möglich;

Service-Einrichtungen

Empfohlene Aufenthaltsdauer 2.5 Stunden Dauer einer geführten Tour 105 (approx) Minuten Eintritt kostenpflichtig Barrierefreier Zugang bitte Hinweise auf Webseite beachten Angebote für Kinder Spielplatz, museumspädagogische Angebote, Führungen für Kinder, Wickelraum Gastronomie Restaurant, Picknickplätze Besucherzentrum beim Objekt Ja Museumsshop Ja